Schnäppchenimmobilien können ein gutes Investment sein oder ein schlimmer Albtraum werden. Viele Käufer lassen sich von dem günstigen Preis überzeugen und vergessen dabei welche Risiken auf Sie zu kommen.

Damit Sie bestens auf diese Thematik vorbereitet sind, haben wir diesen zweiteiligen Artikel für Sie herausgearbeitet. Hier können Sie einige der häufigsten Problemstellen kennenlernen, die eine alte Immobilie mit sich bringen kann.

Hier finden Sie zum ersten Teil.

1. Schimmel und Feuchtigkeit

Durch übermäßiger Feuchtigkeit und schlechter Belüftung können Schimmel und Schimmelpilz entstehen. Verursacht durch alles von undichten Rohren bis hin zu rissigen Putzen. Wenn Sie feststellen, dass diese Probleme in der Immobilie vorhanden sind, müssen Sie als erstes den Ursprung ermitteln.

Inspizieren Sie das Äußere von oben nach unten und prüfen Sie den Schornstein, den Eindeckrahmen und das Dach. Danach überprüfen Sie die Dachuntersicht und die Traufe.

Falls diese beschädigt oder verfallen sind, leiten sie den Regen möglicherweise nicht vollständig vom Gebäude weg. Zerbrochene oder korrodierte Fallrohre könnten die Ursache für feuchte Wände sein.

Danach können Sie sich die Fensterrahmen anschauen. Sollten dort Schäden sein, könnten dort große Mengen Wasser eindringen. Sie sollten auch nach Hohlraumwände ausschau halten. Dort kann sich Wasser ansammeln, was dann schnell zu Schimmel führt.

Die typischen Anzeichen von Feuchtigkeit im Inneren sind fleckige Wände, abblätternde Tapeten, morsches Holz und bröckelnder Putz. Die Kosten für die Beseitigung von Schäden durch Feuchtigkeit können von kleineren Reparaturen bis hin zu einer neuen Feuchtigkeitssperrschicht reichen. Genaue Preise sind immer Abhängig vom Schaden.

2. Trockenfäule

Trockenfäule entsteht, wenn Holz feucht wird und Pilze, die das Holz zersetzen, es besiedelt haben. Dieses Problem entsteht aus den verschiedensten Gründen. In der Regel heißt das aber, dass entweder das Holz, aus dem es gebaut wurde, nicht künstlich getrocknet wurde oder dass ein Feuchtigkeitsproblem die Ursache ist.

Wenn Sie das Feuchtigkeitsproblems einfach lösen, wird das den Hausschwamm nicht aufhalten. Sie sollten also Maßnahmen treffen, um ihn zu entfernen, sobald er sich in Fensterrahmen, Türen und Bodenbrettern auffinden lässt.

Indizien können dafür gräuliche, watteartige Stränge oder rostige/weiße Flecken auf dem Holz sein. Das häufigste Symptom aber, ist ein muffiger Geruch. Das Holz bleibt hart, im Gegensatz zur Nassfäule, die das Holz einweichen lässt.

Sollten Sie Anzeichen für Trockenfäule in der Immobilie finden, dann fordern Sie umgehend eine vollständige Hausuntersuchung an. Abhängig davon, wo sich der Fäulnisbefall befindet, kann eine fachgerechte Entfernung im vierstelligen Bereich liegen.

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3. Gefahrenstoffe

Asbest wurde erst 1993 in Deutschland verboten, so dass die Chancen hoch sind, Asbest in alten Immobilien zu finden. Auch wenn es nicht in der Isolierung verbaut wurde, kann es in Decken, Rohren, Bodenplatten und Dachvorsprüngen, Dachrinnen und Garagendächern vorkommen.

Unberührt, besteht nur ein geringes Risiko dadurch, jedoch entstehen Probleme, wenn sich der Zustand verschlechtert oder bei der Renovierung Teile beschädigt werden und so Partikel freigesetzt werden.

Wenn Sie das Vorhandensein von Asbest vermuten, wenden Sie sich an einen Spezialisten. Diese können eine Probe entnehmen, um den Bestand zu ermitteln.

Sie können auch Bleifarbe auffinden. Diese ist ein Neurotoxin, wenn sie eingenommen oder eingeatmet wird. Das Alter der Immobilie ist ein guter Anhaltspunkt. Wenn diese vor den 1980er Jahren gebaut wurde und Originalanstriche vorhanden sind, könnte Blei enthalten sein. Sind die Anstriche dicker, ist das ein weiterer Hinweis dafür, dass dich Schichten Blei enthalten können.

Die einfachste Lösung ist, sie mit moderner Farbe abzudecken und anschließend zu versiegeln. Sollte sie aber in einem schlechten Zustand sein, dann ist es ratsam sie besser zu entfernen.

4. Probleme in der Gründung/Statik

Anzeichen für strukturelle Probleme in einer älteren Immobilie zu erkennen, ist essentiell. Diese Überprüfung könnte den Unterschied zwischen einem kleinen lösbarem und einem schwerwiegenden nicht lösbarem Problem ausmachen.

Kleine Risse treten oft nach kleinen Änderungen auf. Entdecken Sie aber zum Beispiel große Zickzackrisse im Mauerwerk, dann könnte das auf Setzungen hinweisen. Ein schräger Boden ist ein weiteres Anzeichen dafür.

Unterfangungen sind eine gute Lösung für das Problem. Dabei gräbt man nach unten, um die Fundamente zusätzlich zu stabilisieren. Das wird in der Regel durch das Befüllen der Hohlräume mit Beton erledigt. Manchmal kann man das Problem jedoch schneller lösen, indem man neues Mauerwerk unter die nicht abgestützte Wand legt.

5. Schornstein

Ein Schornstein kann der Immobilie Charakter verleihen, aber er kann Probleme mit sich bringen. Vor allem dann, wenn Sie planen diesen wieder funktionsfähig zu machen. Wenn sich die Immobilie im Laufe der Zeit gesetzt hat, können die Ziegelsteine zerbrechen, während wechselnde Witterungsbedingungen einen Schornstein langsam zerbröckeln lassen können.

Das führt dazu, dass dieser regelmäßig gewartet werden muss, damit sich sein Zustand nicht weiter verschlechtert. Falls Sie jedoch vorhaben, den Schornstein wieder zu benutzen, dann sollten Sie diesen auskleiden und fegen lassen. So werden Schutt und Verstopfungen entfernt und es wird verhindert, dass gefährliche Gase zurück in den Raum geführt werden.

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