Der Immobilienmakler muss einige Angaben aus dem Energieausweis in die Immobilienanzeige aufnehmen. Darauf wurde 2017 vom Bundesgericht deutlich hingewiesen. Für diese Informationspflicht gab es bislang aber keine Regelungen. Das neue „Gebäudeenergiegesetz“ (GEG) hat diese Situation geändert.

Seit dem 1. November 2020 sind Immobilienmakler gesetzlich gezwungen, bestimmte Informationen aus dem Energieausweis in Immobilienanzeigen aufzunehmen. Aber was sieht das neue GEG vor? Was macht es aus Sicht eines Immobilienmaklers aus?

Diese Angaben müssen gemacht werden

  1. Art des Energieausweises: Es wird unterschieden zwischen Energiebedarfs- und Energieverbrauchsausweis,
  2. Der Wert Endenergieverbrauchs des Gebäudes basierend auf dem Wohnraum. Für Nichtwohngebäude müssen Wärme- und Strominformationen separat angegeben werden.
  3. Die Hauptenergiequelle für die Gebäudeheizung,
  4. Im Falle von Wohngebäuden muss das im Energieausweis angegebene Baujahr hinzugefügt werden,
  5. Im Falle von Wohngebäuden muss, wenn der Energieausweis nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurde, die angegebene Energieeffizienz (A + bis H). benannt werden.

Das Gesetz regelt nun das BGH Urteil aus dem Jahre 2017. Das BGH ist der Ansicht, dass die Informationen im Energiepasses so wichtig sind, dass die Nichtbereitstellung der Informationen wettbewerbswidrig wäre. Grund: Durch die Beibehaltung dieser grundlegenden Informationen werden Verbraucher irregeführt, was nach § 5a Abs. 2 (UWG) nicht akzeptabel ist. Im Wettbewerbsrecht können wesentliche Informationen in der Regel durch Auslegung bestimmt werden, es sei denn, die Informationspflicht beruht auf EU-Vorschriften, was beim Energieausweis der Fall ist.

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Achtung vor Fehlangaben

Da die Zielgruppe, einschließlich Makler, wächst, ist klar, dass zusätzlich zu Warnungen aufgrund unvollständiger Informationen, auch Geldstrafen folgen können, wenn keine Informationen bereitgestellt werden. Ohne Angabe von Informationen ist es schwierig, das Risiko von Geldbußen abzuschätzen. Es gibt kaum Anhaltspunkte dafür, dass die Behörden dem Verkäufer oder Vermieter entsprechende Mitteilungen übermittelt haben. Theoretisch könnte ein Geldbuße zuvor auf Kosten eines Maklers verhängt werden, weil er ebenfalls an der Missinformation beteiligt war.

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Frist bis zum 30.04.2021

Ein neuer Energieausweis für ein Gebäude aus Bestand, kann weiterhin zwischen einem Verbrauchs- und einem Bedarfsausweis ausgewählt werden. Wenn Sie bei Gebäuden aus dem Bestand weniger als fünf Wohneinheiten haben, der Bauantrag älter als 1.November 1977 ist und die Anforderungen aus der Wärmeschutzverordnung noch nicht eingehalten werden, müssen Sie einen Bedarfsausweis vorlegen können.

Wenn kein Energieausweis vorhanden ist, kann dieser noch vor dem 30. April 2021 gemäß den Energiesparvorschriften (EnEV) für bestehende Gebäude ausgestellt werden. Dieser kann noch günstig ausfallen, da Modernisierungsempfehlungen nicht mit Inspektion oder Fotos beruhen. Diese Regelungen gelten für den Verbrauchsnachweis. Im falle des Bedarfsausweises muss normalerweise einen Termin vor Ort stattfinden.

Besichtigungstermin ohne Energieausweis nicht möglich

Der Energieausweis oder eine Kopie davon muss zum Zeitpunkt der Besichtigung vorhanden sein. Wird keine Besichtigung durchgeführt, so muss der Energieausweis oder seine Kopie den potenziellen Käufern oder Mietern unverzüglich zur Verfügung gestellt werden. Auf Anfrage eines potenziellen Vertragspartners muss der Energieausweis oder eine Kopie davon unverzüglich vorgelegt werden. Nach Unterzeichnung des Hauptvertrags muss das Energiezertifikat oder seine Kopie sofort übergeben werden.

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