Die Wohnung gilt als sichere Investition und Pension. Wenn Sie vorhaben eine Wohnung zu kaufen, dann werden Sie Mitglied einer Wohnungsgesellschaft in der Sie gewisse Regeln beachten müssen. Dieser Artikel soll klären, welche diese genau sind und was diese bedeuten.

Die Regeln gelten überall, insbesondere für Mehrfamilienhäuser mit unterschiedlichen Eigentümern. Diese Regelungen sind im Wohnungseigentumsgesetz festgelegt.

Was genau ist das Wohnungseigentumsgesetz?

Der Eigentümer eines Wohnhauses kann die einzelnen Wohnungen nicht einfach alleine verkaufen. Zuerst muss das Haus gemäß den Anforderungen des Wohnungseigentumsgesetzes in Einheiten aufgeteilt werden. Nach der korrekten Aufteilung der Wohnungen, können diese veräußert werden.

Sobald die Wohnungen an verschiedene Eigentümer übertragen werden, behandelt man diese neuen Eigentümer als eine Gruppe. Die sogenannte Eigentümerversammlung. Jeder von ihnen besitzt jetzt eine Einheit in einem Haus mit mehreren Einheiten. Das ganze wird begleitet von einer Teilungserklärung, welche notariell beglaubigt wird.

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Reform des WEG Ende 2020

Für voraussichtlich Ende 2020 soll eine neue Reform des WEG in Kraft treten und den Hausbesitzern eine gewisse Erleichterung bringen. Die Erneuerungen folglich aufgelistet:

  • Wohnungseigentümer haben normalerweise das Recht, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge zu installieren, barrierefrei zu erweitern und umzubauen, Diebstahlschutzmaßnahmen zu ergreifen und Glasfaserverbindungen zu installieren. Wenn sich die Maßnahme auf das gemeinsame Eigentum auswirkt, gilt dies in den meisten Fällen auch. (§ 20 Abs. 2 neu)
  • Mit dem neuen Beschluss, bezüglich der baulichen Veränderungen an Wohnanlagen, vereinfacht man den Entscheidungsprozess bei strukturellen Veränderungen in Wohngebieten. In Zukunft wird nur eine einfache Mehrheit benötigt. Dies sollte insbesondere für Maßnahmen gelten, mit denen nachhaltige Kosteneinsparungen erzielt oder Wohnkomplexe erneuert werden können. (§20 Abs.1 WEG-neu)
  • Die Organisation der Verwaltung ist effizienter geworden. Letztere sollen unter anderem künftig die Verantwortung haben, sekundäre Maßnahmen festzulegen, die nicht zu größeren Verpflichtungen führen. (§ 27 (1) Nr. 1 WEG-neu)
  • Der Verwaltungsbeirat wird als Kontrollstelle gegenüber den Verwaltern unterstützt. Neue Aufgabe ist beispielsweise die Überwachung von Verwaltern (§ 29 Abs. 2 WEG neu). Auch wird die Verantwortung von ehrenamtlichen Beiräten auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit im Haftungsfall beschränkt (§ 29 Abs. 3 WEG neu).
  • Zwei Jahre nach Inkrafttreten der WEG-Reform wird von den WEG-Verwaltern eine Zertifizierung ihrer Aktivitäten verlangt (§ 26a, neuer WEG). Von bereits bestehenden Verwaltern, kann jeder Eigentümer nach der Übergangszeit von 3,5 Jahren einen solchen Nachweis anfordern.
  • Eigentümerversammlungen können auch ab jetzt auch online abgehalten werden. (§23 Abs.1 WEG-neu)

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Diese Begriffe finden Sie in der Teilungserklärung

In der sogenannten Teilungserklärung treffen Sie auf die Begriffe Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum.

Gemeinschaftliches Eigentum: Das gemeinschaftliche Eigentum sind alle Teile, die nicht direkt dem Eigentümer zugewiesen sind, d.h. der Anteil des gemeinsamen Eigentums gehört allen Eigentümern von WEG. Dazu zählen also das Grundstück, aber auch Treppenhäuser oder öffentliche Waschräume.

Sondereigentum: Das Sondereigentum bezieht sich auf den Bereich, der ausschließlich dem Eigentümer gehört, d.h. seine Wohnung, einschließlich anderer Bereiche, die der Wohnung zugewiesen sind, wie z. B. der Keller.

Wohnungseigentum: Wohnungseigentum ist das persönliche Eigentum im Zusammenhang mit dem Anteil am gemeinsamen Eigentum.

Teileigentum: Teileigentum ist im Grunde dasselbe wie das oben beschriebene Wohnungseigentum, mit der Ausnahme, dass es sich um Teile des Gebäude handelt, die nicht zum wohnen genutzt werden. Dies könnte beispielsweise ein Geschäft in Wohn- und Geschäftsgebäuden sein.

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