Aufgrund der aktuellen Situation durch die Pandemie, wurde von der Bundesregierung vor einem halben Jahr der Beschluss gefasst, die Mehrwersteuer zu senken. Die Senkung war natürlich zeitlich begrenzt und soll im Jahr 2021 wieder aufgehoben werden. In diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, welche Folgen das für Makler und Vermieter von gewerblichen Nutzflächen hat.

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Die Folgen für Makler

Jeder Maklervertrag, der erfolgreich abgeschlossen wird, muss mit einem Bruttopreis abgerechnet werden. Durch eine Absenkung oder Erhöhung der Umsatzsteuer, ändert sich der vereinbarte Bruttopreis erstmal nicht. Laut dem Gesetzgeber, muss der Verbraucher direkt erkennen welche Kosten auf Ihn zukommen. Somit ist die Angabe eines Nettopreises+Mehrwertsteuer nicht zulässig. Für den Makler hätte sich die Höhe der Umsatzsteuer geändert, die er an den Staat zahlen muss. Laut dem Leiter der Abteilung Steuern beim Immobilienverband Deutschland (IVD), Hans-Joachim Beck, ist der abgesenkte Steuersatz aber nur dann anzuwenden, wenn: „der Vertrag nach Inkraftreten der Gesetzesänderung“ abgeschlossen wurde. 

Den größten Einfluss hatte die Absenkung der Mehrwersteuer  auf die Rechnungen und auf die Kalkulation der Provision. Hier ist aber das Datum von entscheidener Rolle.

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Wenn der Vertrag zwischen Makler und Kunden zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 abgeschlossen wurde, dann gilt folgendes: Wenn Makler mit der abgesenkten Steuer kalkuliert haben und die Leistung tatsächlich erst im Jahr 2021 erbracht wird, kann sich das negativ auf die Provision auswirken. Dadurch das die Lesitung doch erst 2021 erbracht wird, müssen die 19% abgeführt werden, dadurch sinkt seine Provision. 

Eine kurze Rechnung dazu: Ein Makler setzt einen Vertrag mit einer Provision von 5% zuzüglich 16% Mehrwersteuer in Jahr 2020 auf. Der tatsächliche Verkauf der Immobilie findet aber erst 2021 statt. Aus diesem Grund muss der Makler die normalen 19% abführen. Aufgrund der Erhöhung der Mehrwertsteuer muss der Makler nun statt 800€, doch 926,05€ zahlen. Damit verringert sich seine Provision um -126,05€.

Wenn der Vertrag zwischen Makler und Kunden zwischen dem 01.03.2020 und dem 30.06.2020 abgeschlossen wurde, dann gilt folgendes: Wenn Makler mit der normalen Steuer kalkuliert hat, kann sich das positiv auf die Provision auswirken. 

Eine kurze Rechnung dazu: Ein Makler hat im März 2020 einen Vertrag abgeschlossen, der Ihm bei einer erfolgreichen Vermittlung 5,95% Provision inkl. Mehrwertsteuer einbringt. Bei einem Verkaufkauspreis von 200.000€ wäre das dann eine Provision von 11.900€. Bei normaler Abführung würden dem Makler genau 10000€ übrig bleiben. Durch die Senkung der Mehrwertsteuer, erhält der Makler nun aber tatsächlich 10.258,62 €

Wenn der Vertrag zwischen Makler und Kunden vor dem 01.03.2020 abgeschlossen wurde, dann gilt folgendes: Da dieser Zeitraum noch nicht wirklich von der Pandemie betroffen war und das Gesetz nicht für diesen Zeitraum in Kraft getreten ist, sollte auch keine Absenkung der Mehrwertsteuer stattgefunden haben. Das Gesetz setzt jedoch hierbei eine Ausnahme fest. Wenn der Vertrag vor dem 01.März abgeschlossen wurde und die Leistung erst tatsächlich zwischen 01.07.2020-31.12.2020 statt fand, steht dem Verbraucher eine Anpassung der Kosten zu.

Eine kurze Rechnung dazu: Ein Makler hat eine Provision inkl. Mehrwertsteuer von 5.95% vereinbart. Somit hat er eine Nettoprovision von 5%. Ist der Vertrag nun beispielsweise im Januar abgeschlossen worden, aber die Immobilie wurde erst im August verkauft, dann steht dem Verbraucher eine Reduzierung der Bruttoprovision zu. Diese würde dann auf 5,8% fallen. Die Nettoprovision bleibt bei 5%, somit hat dieses Szenario keinen Einfluss auf die Provision des Maklers. 

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Die Folgen für Vermieter von gewerblich genutzen Flächen 

Bei der Vermietung von gewerblich genutzten Flächen, gilt normlerweise die Pflicht der Umsatzsteuer. Das bedeutet, dass Vermieter in der Zeit vom 01.07.2020 – 31.12.2020 die abgesenkte Steuer in Höhe von 16% bei deren Rechnungen anwenden dürfen. Da es sich bei den meisten Mietverträgen von Immobilien um Dauerverträge handelt, ist dem Mieter ein Steuervorabzug erlaubt. Im Normalfall müsste die Höhe der Mehrwertsteuer für den Zeitraum in einem zusätzlichem Vertrag festgehalten werden. 

Mit dem Ablauf der Umsatzsteuersenkung (01.01.2021), würden die zusätzlichen Verträge auslaufen und die alten Mietverträge mit den 19% wieder übernommen werden. 

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