Bevor Sie sich auf die Suche gegeben und nach Häusern und Wohnen Ausschau halten, sollten Sie sich zu erst mal um die Finanzierungsmöglichkeiten kümmern. In dieser Phase geht es um weit mehr als nur um das richtige Bankinstitut oder um die Kreditbedingungen. Wir wollen Sie bestmöglich auf diese Reise vorbereiten und haben dafür eine Reihe von Ratgebern für Sie vorbereitet. Hinweis: Die Beiträge dienen als reine Informationsquelle und ersetzten zu keiner Zeit eine rechtliche oder fachliche Beratung.

Bonitätsprüfung und Anfragen

Bei der Bonitätsprüfung (Prüfung der Kreditwürdigkeit), sind Ihre persönliche Verhältnisse und Ihr Einkommen sehr wichtige Entscheidungskriterien. Die Bewertung läuft in den meisten Fällen gleich und man kann diese in drei Bereiche einteilen. Alle Informationen die die Bank durch dieses Bewertungsschema sammelt, werden im System gespeichert und dafür genutzt ein sogenanntes Scoring- bzw. Rating zu erstellen. Das Schema verfolgt ein Punkte- oder Notensystem und geht in der Regel folgende 3 Prüfungsbereiche durch:

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1. Die persönliche Kreditwürdigkeitsprüfung der Antragsteller

Bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit geht es darum, dass die persönliche Zuverlässigkeit geprüft wird. Die eigene Hausbank ist dabei im Vorteil, da diese die eigene Person und finanziellen Aspekte bereits kennt. Die Zuverlässigkeit wird in der Regel zu überprüft, in dem man schaut, ob der Kreditnehmer in der Vergangenheit schon Darlehen beantragt hatte und wenn ja wird die Rückzahlung analysiert. Ein anderer wichtiger Punkt ist der Arbeitgeber. Um so sicherer der Job ist, desto einfacher erhalten die Kunden einen Kredit. Beamte oder Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst zum Beispiel.

Andere wichtige persönliche Aspekte sind:

  • Sind die Kunden ledig oder verheiratet
  • Erfolgten viele Umzüge in der Vergangenheit
  • Die Schufa-Auskunft

Die Schufa-Auskunft wird in der Regel immer geprüft. Sie können sich bei der Schufa eine Selbstauskunft beantragen und so die Eintragungen überprüfen. Alle Informationen über Verbraucher werden in dieser Auskunft gespeichert. § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes sieht diese Speicherung vor, des weiteren erhalten Sie in dieser Übersicht Auskunft darüber, woher die Daten stammen und an wen diese weitergeleitet wurden.

2. Die materielle Kreditwürdigkeitsprüfung der Antragsteller

Der zweite Teil der Kreditwürdigkeitsprüfung beinhaltet die Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Kreditnehmer. Mit diesem Schritt wird das wirtschaftliche Verhältnis der Person bewertet. Die Prüfung beinhaltet eine Selbstauskunft, deren wichtigster Punkt das monatliche Einkommen (Netto) der Antragsteller ist. In vielen Fällen können noch anderen Einkünfte, wie zum Beispiel Kindergeld o.ä. dazu gerechnet werden. Ausschlaggebend ist dabei, dass die Einkünfte in Voraussicht regelmäßig zu erwarten sind.

Der zweite Teil der Selbstauskunft beinhaltet die Ausgaben. Bei den Ausgaben zählt wie bei den Einnahmen die Regelmäßigkeit. Das bedeutet hier sind Ausgaben wie monatliche Miete, Lebensunterhalt, Kfz- und andere Versicherungen usw. Die Systeme der Banken haben für die Lebenshaltungskosten in der Regel Pauschalen. Die ist stark von der Anzahl der Person die im Haushalt leben abhängig.

Bei den Vermögensverhältnissen werden alle Vermögenspositionen und alle Verbindlichkeiten eingefügt. Haben Sie Ihr Vermögen risikoreicher angelegt, dann könnte es passieren, dass die Bankinstitute bei denen Sie einen Kredit anfordern, Abschläge beantragen. Das bedeutet, dass die Aktien oder die Anleihen nicht 100-prozentig in Ihr Vermögen eingerechnet werden.

3. Die Immobilien-Prüfung

Zum Schluss wird die Immobilie selbst bewertet. Das kann zum einen die Eigentumswohnung sein oder eine selbst genutzte Immobilien wie zum Beispiel ein Einfamilienhaus mit Grundstück. Um die Grundstücke von Einfamilienhäuser zu bewerten, werden in den meisten Fällen Bodenrichtwerte genutzt. Der Bodenrichtwert ergibt sich aus dem durchschnittlichen Lagewert der Grundstücke. Dieser wird aus den Kaufpreisen der Grundstücke unter Rücksichtnahme der Entwicklungszustände ermittelt. Sie können diese Werte kostenlos beantragen. Entweder beim zuständigen Gutachterausschuss oder direkt beim Katasteramt bzw. lokalen Bauamt (oder hier für NRW zum Beispiel).

Ist der Wert des Grundstückes ermittelt, folgt eine kurze Bewertung der Immobilie anhand der Bauunterlagen. Dabei wird auf die Wohnfläche geschaut oder die Größe des umbauten Raum wird beurteilt. Hinweis: Die Banken ermitteln immer einen Beleihungswert für Immobilien. Das bedeutet, dass bei der Bewertung der Immobilien Abschläge gemacht werden, so dass die Bewertungspreise der Immobilien immer ca. 20% unter den tatsächlichen Verkehrswerten bzw. Kaufpreisen liegen.

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