Menschen die einen Makler beauftragen, eine Wohnung oder ein Objekt zu finden, können oft viel wertvolle Zeit sparen. Die Dienstleistung kostet jedoch: In dem folgenden Artikel soll geklärt werden, wer die Provisionen von Maklern zahlen muss und wie hoch diese sein dürfen.

Makler können Ihnen viel Arbeit und Stress sparen – dieser Service kostet jedoch Geld. Es gibt unter anderem feste Regeln und Richtlinien für die Maklerprovision, je nachdem, ob es sich um eine Mietwohnung oder eine zum Verkauf stehende Immobilie handelt. In jedem Fall gelten immer folgende Bedingungen: Die Maklerprovision sollte erst gezahlt werden, nachdem der Makler die Arbeit erfolgreich abgeschlossen hat. Daher müssen vor Unterzeichnung eines Kauf- oder Mietvertrags keine Gebühren entrichtet werden.

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Wer muss den Makler bezahlen? Mieter oder Vermieter?

Seit 2015 gilt das Bestellerprinzip bei Mietwohnungen. Das beschreibt, dass derjenigen, der einen Makler engagiert, diesen auch bezahlen muss. Wenn der Vermieter den Makler anweist, die Wohnung zu vermitteln, muss er ihn ebenfalls bezahlen. Wenn der Mieter auf das Angebot des Immobilienmaklers reagiert, muss er dafür keinen Preis zahlen. In diesem Fall ist es dem Vermieter nicht gestattet, die Maklerprovision vom Mieter zurückzufordern oder auf andere Weise an ihn zu übertragen.

Einige potenzielle Mieter befürchten, dass der Vermieter die Maklerprovision durch zu teure Zahlungen (z. B. eine alte Küche) von den Mietern zurück erstattet. Aber so einfach ist das nicht: WoVermittG schreibt vor, dass die Vereinbarung ungültig ist, wenn die „Zahlungsvereinbarung“ in keinem Verhältnis zum Wert der Einrichtung steht“. Wenn die Kosten mehr als 50% über dem tatsächlichen Wert der Möbel liegen, geht die Rechtsprechung von einem offensichtlichen Missverhältnis aus.

Die Maklerprovision bei Mietwohnungen

Die Maklerprovision ist bei Mietwohnungen begrenzt: Laut WoVermittG darf sie die Kaltmiete von zwei Monaten zuzüglich Mehrwertsteuer nicht überschreiten. Friedrich Wilhelm Lohmann, ein auf Miet- und Wohnimmobilienrecht spezialisierter Berliner Anwalt, fügte hinzu: „Wenn der Vermieter hingegen einen Auftrag erteilt, kann der Provisionsbetrag grundsätzlich frei ausgehandelt werden.“ In diesem Fall muss der potenzielle Mieter keine Provisionen zahlen.

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Die Maklerprovision bei Kauf von Immobilien

Bisher ist es relativ frei, die Höhe der Provisionen und die Verteilung der Maklerlöhne zwischen Käufern und Verkäufern zu vereinbaren. Ab dem 23. Dezember 2020 gilt jedoch ein neues „Gesetz zur Verteilung der Maklergebühren beim Kauf von Immobilien durch einen Makler“, das genauer ist. Folgendes werden die neuen Vorschriften ändern:

  1. Wer zuerst den Makler (normalerweise den Verkäufer) engagiert, darf nicht mehr als die Hälfte der vereinbarten Maklerprovision an die jeweils andere Vertragspartei übertragen.
  2. Wenn beide Parteien einen Vertrag mit dem Makler abschließen, müssen beide Parteien den gleichen Anteil zahlen. Wenn der Makler dem Verkäufer beispielsweise einen Provisionsrabatt gewährt, wird der Provisionanteil des Käufers ebenfalls entsprechend reduzieren.

Achtung: Die neue Regelung gilt nur, wenn der Käufer als Verbraucher auftritt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Käufer ein Haus kauft in dem er privat leben wird. Auch gilt die Regelung, wenn Sie eine Immobilie für private Mietzwecke kaufen möchten. Wenn der Käufer hingegen ein Handelsgeschäft abwickelt, kann er die Maklerprovision weiterhin frei verhandeln. Wenn Sie ein Wohnhaus kaufen, gilt das Gleiche.

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Neue Regelung: Stichtag 23.12.2020

Vor dem 23. Dezember 2020 können noch individuelle Vereinbarungen zwischen Maklern und Kunden getroffen werden. Dies bedeutet, dass der Kunde (je nach Situation, Käufer und Verkäufer) den Provisionsbetrag mit dem Immobilienmakler aushandelt und sich auf die Aufteilung der Gebühren einigt. In diesem Zusammenhang fallen Begriffe wie Innenprovision und Außenprovision.

  • Innenprovision bedeutet, dass der Verkäufer die komplette Provision zahlt
  • Außenprovision bedeutet, dass der Käufer die komplette Provision zahlen muss.

Die Verteilung der Maklergebühren ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern teilen sich die Parteien die Hälfte der Maklergebühren.

Maklerprovision ist abhängig von der Region

Das Gesetz definiert die Höhe der Maklerprovisionen nicht klar. Beim Verkauf von Immobilien wird jedoch in der Regel der folgende Rahmen angewendet: In der Regel wird ein fester Prozentsatz des tatsächlichen Kaufpreises vereinbart, der je nach Bundesland und Region zwischen 3% und 7% zuzüglich Mehrwertsteuer liegt.

Der Provisionsbetrag des Maklers sollte sich immer auf dem Prozentsatz basieren, der vor Ort üblich ist. Das Bundesgericht entschied beispielsweise, dass bei einer gängigen Provision von 7%, eine Erhöhung der Provision auf 11% des Kaufpreises nicht zulässig ist (BGH, Az.: I ZR 5/15).

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Beispielrechnung einer Maklerprovision

In Bezug auf die Miete beträgt die Maklerprovision normalerweise einen bestimmten Betrag der Nettomiete zuzüglich Mehrwertsteuer. Zum Beispiel: Eine Wohnung mit einer monatlichen Miete von 540 Euro wird vermittelt. Die Maklerprovision beträgt zwei Monate Kaltmiete zuzüglich Mehrwertsteuer (normalerweise 19%).

Beispiel einer Rechnung: 2 Monatskaltmieten + 19 Prozent Mehrwertsteuer = Betrag der Maklerprovision
(540 Euro x 2) x 1,19 = 1.285,20 Euro Maklerprovision (inkl. MwS.)

Beim Verkauf von Immobilien werden die Maklerprovisionen anhand eines bestimmten Prozentsatzes berechnet. Zum Beispiel: Ein Haus wird für 360.000 Euro angeboten. Es wurde eine Maklerprovision von 7,14% (einschließlich Mehrwertsteuer) des Kaufpreises vereinbart, die Käufer und Verkäufer zu gleichen Teilen teilen. Daher betragen die Kosten für den Verkauf des Hauses 3,57% für jede Partei.

Beispiel einer Rechnung: Kaufpreis x Prozentsatz der Maklerprovision = Betrag der Maklerprovision
360.000 x 0,0357 = 13.500 Euro Provisionskosten für jede Partei.

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